Todessehnen & Lebenssucht

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Erzählungen und Erlebnisse, deren Anfang das Leben, deren Mitte der Berg, und deren Ende der Tod ist.

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978-3-936740-62-2
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Die Alpen - 7/2010

"Von Tag zu Tag werde ich konjunktiver und imperfekter", schreibt Weiss in seinem am Anfang stehenden Epilog, dem Schlusswort. Die Realität der Gegenwart gleitet mit zunehmendem Alter in die Vergangenheit ab, findet er. Das aktive Machen werde vom passiven "hätte gemacht" verdrängt. Mit diesem leicht wehmütigen Vorwort stimmt Weiss die Lesenden ein auf eine Sammlung von Klettererlebnissen, die es in sich hat: tragisch, philosophisch, ironisch, immer aber pointierte. Anders als viele, dir ihre Bergerlebnisse mehr, oft aber auch weniger elegant zwischen zwei Buchdeckel pressen, schreibt Weiss stilsicher, intelligent und oft auch provokativ. Etwa wenn er sich übers Bouldern auslässt, dass die komplexe Welt der Berge und des Bergsteigens auf ein simples kleines klar definiertes Problem reduziert. Seine kritischen Beobachtungen sind aber oft wie Bumerangs. Etwa dann, wenn Weiss erkennt, dass seine Geringschätzung des Boulderns, diesem Klettern ganz nah am Boden, daher rührt, dass er bloss neidisch ist auf die Bewegungen der Boulderer, "die jenseits meiner Beweglichkeit liegen". So gelingt es Weiss, aus dem Speziellen, dem Klettern, aufs Allgemeine, das Menschliche zu schliessen. Tiefgründig, manchmal auch abgründig. Ein Buch, das in der Psyche der Kletterer wühlt und sie so den Nichtalpinisten näher bringt.

„... Mein Leben ist gezeichnet von Bildern des Todes und des Verlusts. Auf dem Weg, den mich mein Leben durch diese bergige Welt führt, sah und hörte ich zu viele Menschen, die aus ihrem oder aus meinem Leben schieden. Sie starben vor meinen Augen, sie starben vor anderer Menschen Augen; sie starben ungesehen, einsam. Ich sah Menschen, Bergsteiger, Kletterer, die sich unwissend und lachend die Schlinge um den eigenen Hals legten, ohne Respekt vor dem eigenen kostbaren Leben, gedankenlos, blind in die ewige Blindheit rennend. Menschen, die sich kurz in mein Leben einbrannten und Menschen, die lange an ihrem Portrait in mir malten. Furchtsam und ängstlich ist meine Seele über die Jahre geworden. Ich habe Angst zu verlieren, mich selbst und andere. Ich will festhalten auf ewig die Freude an dem, was die Erde und alles auf ihr meinen Sinnen schenkt ...“

 

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Gewicht 0.160000
Verlag Panico Alpinverlag
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Bibliographische Daten 1. Auflage 2009, 160 Seiten, 120 x 185 mm, Softcover
ISBN-13 978-3-936740-62-2
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Harald Weiß

kommt 1966 als zweifacher Bergler, in Württemberg zwischen Weinbergen, zur Welt. Seine Kletter- und Bergbiografie ist stereotyp: Das Klettern im Jugendalter in Klettergärten und an Mittelgebirgsfelsen erlernt, Blut geleckt und das Erlernte schnell und blind an alpinem Eis und Fels ausprobiert. Die jugendliche Blindheit gegenüber den Gefahren des Kletterns und Bergsteigens ist im Laufe der Jahre einer extremen Sensibilität gegenüber eben diesen gewichen. Die emotionalen Auswirkungen dieser wirklich vorhandenen oder nur eingebildeten Gefahren nachfühlbar zu beschreiben, ist ein wesentliches Kennzeichen seiner Bergliteratur. Harald Weiß arbeitet als freier Filmemacher, Medienwissenschaftler und Medienpädagoge (www.konnotat.de).
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