VISUAL DUALISM – Dolomites, Peter Mathis, 108 Seiten, 310 x 340 mm, 69,90 €
„Visual Dualism“ – der Titel des Buches suggeriert, dass es vor allem Formen visueller Kontraste vor Augen führt. Tatsächlich leistet es jedoch viel mehr, denn es konfrontiert uns mit der grundlegenden Verfassung menschlicher Wahrnehmung und deren Deutung. Menschen nehmen vor allem über die Sinnesorgane wahr und brauchen Kontraste, um diese Informationen interpretieren und Qualitäten erkennen zu können: Groß und klein, hell und dunkel, laut und leise, dick und dünn, voll und leer, Umriss und Fläche, Raum und Form, natürlich und künstlich – die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, weil sie die Grundlage bildet für die menschliche Wahrnehmung schlechthin.
Künstler wissen das und nutzen diesen Spielraum, um uns erleben zu lassen, dass die Welt, in der wir existieren, im Prinzip ein reines Potenzial darstellt, das in jeder Sekunde neu gedeutet werden will. Sie machen möglich, dass man neue Zusammenhänge erkennt und angeblich Bekanntes mit völlig neuen Augen sieht.
In guten Bildern geht es daher nicht ums Abbilden oder Reproduzieren von Motiven, sondern darum, einen Deutungsspielraum zu schaffen, in dem der Betrachter das Dargestellte immer wieder auf neue Weise sehen und erleben kann.
Peter Mathis führt dies in seinen Bildern von den Dolomiten mit meisterhafter Sicherheit vor Augen. Das dualistische Prinzip der Helldunkelgestaltung bildet hier einen wesentlichen Schwerpunkt. Er arbeitet mit dem Licht, den dadurch bedingten Schattenzonen und deren Abstufungen wie ein Maler mit den Farben seiner Palette.
Mit einem Vorwort von Christiane Schmieger.
Kommentaren und Meinungen von Alex Huber, Ulrike Tappeiner, Stefan Fiedler, Neil Warner, Jürgen Winkler, Stefan Bundi und Christiane Schmieger.