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Best of Genuss Bd.1

2. Aufl. 2012, Kühberger, Forchthammer, 584 Seiten, 115 x 185 mm, 39,80 €


Der Osten ist bekanntlich grau, aber das Graue dort - zumindest der Kalk - ist fast immer grandios. Kletterer aus dem Südwesten Deutschlands, deren Kletterhorizont am Wildern Kaiser endet, können einem leid tun - die Armen wissen gar nicht, was sie verpassen.
 
Vom Chiemgau und der Steinplatte geht die Reise in die Berchtesgadener Alpen: Reiteralm, Steinernes Meer, Göllstock und Untersberg - allein hier kann man als Kletterer ein Leben lang verweilen! - wenn da nicht noch der Hochkönig und das Tennengebirge locken würden. Ganz zu schweigen vom Gosaukamm, dessen Dachsteinkalk ja auch nicht zu Unrecht gerühmt wird.

Und selbst Urgesteinsfreunde werden fündig. Die beschriebenen Routen in den Hohen Tauern könnten auch in den Urner Alpen bestehen. Summa summarum fast 200 akribisch beschriebene Klettereien für Genießer, denen das Beste gerade gut genug ist.

Die beiden Routen an der Hochwand (Seiten 488-493) sind nicht mehr kletterbar. Auf Anordnung des Österreichischen Bundesforstes mussten die unteren Haken entfernt werden.

Alt-Neuöttinger Anzeiger – 11/12

Klettern − nicht extrem

Scaramouche und Schwarze Madonna, Traumland und Utopia 2000, Pulsbeschleuniger und Kleiner Feigling − es gibt sie reichlich,
Routen im achten, neunten und zehnten Schwierigkeitsgrad im Salzburger und im Berchtesgadener Land. Allerdings:Wirklich viele Kletterer sind es nicht, die etwas davon haben. Sich mit einer reellen Chance auf Erfolg an ihnen zu versuchen, bleibt einem kleinen Häuflein von Extremsportlern vorbehalten.
Die überwiegende Mehrheit derer, die anregende Abenteuer in der Vertikale erleben wollen, muss sich mit Routen geringeren Anspruchs begnügen und stößt selbst dort − gewollt oder auch nicht − bisweilen an ihre Grenzen. Plaisirkletterei, die Otto-Normal- Bergsteigern freilich alles andere als genüsslich erscheinen mag, ist es,worauf dasGros aus ist. Für diesen Kreis hat Panico die Auswahlführer „Best of Genuss“ konzipiert. Und das Konzept scheint für die Berge Salzburgs und Berchtesgadens aufgegangen zu sein: 2008 in erster Auflage erschienen, war diese bereits drei Jahre später vergriffen. Nun gibt es die zweite. Einige Routen wurden ausgemustert, andere in den Extrem-Band verlagert, wieder andere neu aufgenommen. Trotz des Wandels ist eines geblieben: So viel Genusskletterei vom dritten bis zum siebten Grad ist zusammengefasst, dass annähernd 600 Seiten gefüllt wurden. Und das in großem Umkreis: Chiemgauer Alpen, Loferer und Leoganger Steinberge, Hochkönig, Berchtesgadener Alpen, Tennengebirge, Dachstein, Hohe Tauern, Salzkammergut − all diese Gebirgsgruppen sind vertreten. Beschrieben sind die Routen teilweise recht ausführlich. Dank textlicher Erläuterungen und Topos − viele davonüberarbeitet − sowie Einzelstellenbewertungen und Fotos kann man sich allein schon mit der Lektüre gut auf die Kletterei einstimmen − und Pläne für die nächste Saison schmieden.